Im Gespräch mit Andres Wieckenberg

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Andreas Wieckenberg 01

„DER QUELLENHOF SOLL WIEDER DAS ‚WOHNZIMMER‘ DER AACHENER WERDEN“

IM GESPRÄCH MIT ANDREAS WIECKENBERG,DEM NEUEN DIREKTOR DES PARKHOTEL QUELLENHOF AACHEN

Nun engagieren Sie sich seit einigen Wochen für das traditionsreichste Hotel in Aachen. Zeit, Sie ein wenig kennenzulernen: Warum haben sie überhaupt den Weg in die Hotellerie gewählt?

Das war eher Zufall, denn meine Familie hatte nichts mit der Hotellerie zu tun. Als ich vor dem Abitur stand, habe ich im Sterne-Restaurant der Eltern eines guten Freundes als Tellerwäscher ausgeholfen. Die ganze Atmosphäre der gehobenen Gastronomie hat mich immer mehr fasziniert, besonders der Zusammenhalt des Teams. Da war die Leidenschaft für diesen Beruf geboren.

Welche Stationen Ihres beruflichen Werdegangs haben Sie rückblickend am meisten geprägt?

Sicher hat mich besonders meine Ausbildung zum Restaurantfachmann im „Brenners Park-Hotel“ in Baden-Baden geprägt, in einem Haus, das ich bis heute liebe. Dort durfte ich auch mein Studium zum Diplom-Betriebswirt abschließen. Derweil habe ich in dem Haus die hohe Kunst des Service am Gast in allen seinen Facetten kennen- und schätzengelernt, auch wenn es natürlich oft anstrengend und herausfordernd war. Folgend auf das Arabella-Sheraton in München, heute Westin Grand München, hat mich sicher das Mandarin Oriental Macau als erster beruflicher Schritt im Ausland stark beeinflusst. Das war eine völlig andere Welt für mich – in kultureller, aber auch in beruflicher Hinsicht. Dort ist beispielsweise das Training der vielen Mitarbeiter von essentieller Bedeutung, da es keine Ausbildung gibt, wie wir sie kennen. Natürlich haben mich auch die weiteren Hotels wie die „Mandarin Oriental“-Häuser von Las Vegas und Washington D.C. sowie das „Raffles Singapore“ oder zuletzt das 5-Sterne-Haus „Schlosshotel Kronberg“ im Taunus geformt und mir neue Impulse gegeben.

Warum fiel die Entscheidung für das Parkhotel Quellenhof Aachen?

Die Frage ist, möchte man im Leben immer weiter durch die Welt ziehen? Da meine beiden Kinder noch jung sind, haben meine Frau und ich entschieden, uns endlich niederzulassen und wieder zurück nach Deutschland zu gehen. Das Angebot, den Quellenhof in die Zukunft zu führen, habe ich daher sehr gerne angenommen. Denn ich habe immer gesagt, ich möchte nur in Hotels arbeiten, die etwas Besonderes haben und mich interessieren. Mir ist wichtig, in einem Haus wie dem Quellenhof zu sein, das Tiefgang, Geschichte, eine Seele und vor allem eine Verbindung zu den Menschen hat. Ein weiterer Beweggrund für die Zusage waren meine intensiven Gespräche mit Benedikt Jagdfeld. Er ist sehr visionär und darauf bedacht, angestoßene Projekte auch mit ganzer Kraft zielstrebig zum Erfolg zu führen.

Wie sehen Ihre Pläne für die Zukunft des Hotels aus?

Ich freue mich sehr darauf, dieses traditionsreiche Haus als individuell geführtes Hotel der Spitzenklasse neu zu positionieren. Getreu dem Credo, den Quellenhof wieder zum ´Wohnzimmer der Aachener´ zu machen. Mit der Unterstützung der Gesellschafter wird nun mir und dem ganzen Team die Möglichkeit gegeben, einiges für die Zukunft zu bewegen. Dabei möchte ich nicht nur Teil davon sein, sondern auch gemeinsam mit meinem Team aktiv gestalten. So soll der Quellenhof ein Haus werden, in dem man mit Leichtigkeit ein- und ausgeht, wo man sich gerne aufhält, das lebendiger Treffpunkt für Menschen aus Nah und Fern wird – ob beruflich oder privat. Dazu tragen vor allem unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bei, die in der Mehrheit schon seit vielen Jahren mit viel Leidenschaft im Quellenhof wirken. Denn eines darf man nicht vergessen: Wir haben einen Beruf gewählt, in dem die menschliche Interaktion das entscheidende Qualitätsmerkmal ist. Einfach gesagt: Hotellerie ist immer noch von Menschen für Menschen. Da machen neben der fachlichen Qualifikation vor allem die Umgangsart der Mitarbeiter den entscheidenden Unterschied und beeinflussen maßgeblich, wie zufrieden der Gast ist. Das Team im Quellenhof hat ein großes Herz und brennt darauf, das Haus wieder zum Leben zu erwecken. Diese Leidenschaft macht aus guten Hotels schlussendlich großartige Häuser.

Das Gespräch führte Claudia Wingens

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